Camino 2

Camino 2

Wir sind in St.-Jean-Pied-de-Port in Südfrankreich vor 14 Tagen gestartet und legen jetzt kurz vor Burgos einen Ruhetag ein. Bis zu 25 km laufen wir täglich mit 10, bzw 12 kg auf dem Buckel. Knapp 300km sind wir bereits gelaufen. Knapp 500km liegen noch vor uns. Aber daran versuchen wir nicht zu denken. Wir denken immer nur an das Heute.
Und JA – es ist so hart, wie die Leute sagen. Vor allem aber ist kalt, saukalt. Wie in Sibirien, nicht wie in Spanien. Im Schnitt sind wir sieben Stunden am Tag unterwegs. Der Wind ist manchmal schier unerträglich, vor allem wenn er nicht mehr aufzuhören scheint. Zum Glück hatten wir das noch nicht so oft. Über die Pyrenäen und bis Pamplona war es schön.

Auf den Bergen, die zum Teil über 2000 sind, liegt Schnee. Wenn die Sonne durchkommt, sieht das herrlich aus.

Andererseits diese fruchtbare Landschaft! Es ist eine Freude, jetzt im Frühling durch diese Felder zu laufen, insbesondere in LA RIOJA, einer der kleinsten, aber fruchtbarsten Provinzen Spaniens. Große Weinfelder wechseln ab mit Getreidefeldern. Die Farben sind so satt. Das Gelb vom Raps, das frische Grün der jungen Triebe an den alten Weinstöcken, die durchscheinende rotbraune Erde. Dazwischen wogende Weizenfelder.

Die Leute hier sind wirklich aus aller Welt. Sehr viele Menschen aus Korea, aus Lateinamerika und natürlich aus ganz Europa. So zahlreich wie die Menschen scheinen die Motive zu sein, warum sie diese Strapazen auf sich nehmen.

Aber damit fange ich jetzt nicht an. Diese Handy-Tastatur ist für mich auch so schrecklich genug.

In den endlosen Stunden des Laufens hat der Geist viel Zeit, immer vorausgesetzt, der Körper schmerzt nicht zu sehr.

Warum auch immer man diesen Weg geht – der Camino ist eine Herausforderung!

7 Gedanken zu “Camino 2”

  1. Wow, Jörg, was für Neuigkeiten von euch! Nun bin ich ja fast schon neidisch, wenn ich so vom Camino lese… 1000 Erinnerungen fangen an in meinem Kopf zu wirbeln. Ich wünsche euch weiterhin eine Wert-volle Zeit, “Rückenwind” und warme Sonnenstrahlen auf eurer Haut. Buen Camino, bewahrt den Frieden, -Julie

  2. Harte Kerle die aus dem Dreiländereck; ein Mix aus Sturheit der Schweizer, Gründlichkeit der Deutschen und Leichtfüssigkeit der Franzosen.

    Habe schon Jakober getroffen, denen die Knie an der Achsel rauschgeschaut hat. 😩

    Trotzdem oder wegen dem – alles Gute.

  3. Kann mir die Strapazen gut vorstellen und bewundere euch. Das. Ist der Jörg, den ich mir genauso vorstelle. Ein Abenteurer und Poet.
    Viel Glück und weiter dem Ziel entgegen.
    Eure Gerti

  4. Liebe Marjorie udn Jörg!
    Mit großem Erstaunen haben wir von Eurem Marsch auf dem Jakobusweg erfahren.
    Wir können uns denken, wie strapaziös das sein muss. Hoffentlich bleibt Ihr bei guter Gesundheit und wir sehen uns in Freuden wieder. Wenn es uns nicht täuscht, feiert Marjorie Ihren Geburtstag unterwegs. Zu Ihrem Festtag alles Gute und Gottes Segen. Gerne werden wir an ihrem Festtag im Gebet an sie denken. Lebt wohl unter Gottes Schutz!
    Herzliche Grüße
    Franz und Maria

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