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Über die Melancholie

Der Melancholiker kennt es sehr gut: das reine, gleißende und pure Glück, das immer nur kurz dauert. Denn genau das ist sein Reiz. Dünnhäutig und staunend genießt er solche Momente. Sein Empfinden dabei ist leicht gebrochen durch eine geahnte Enttäuschung, durch befürchteten Verlust und Blick auf das Ende. Das alles aber schmälert sein Glück keineswegs, sondern reichert es weise an. Wenn sich zur Ahnungslosigkeit die Kraft der Vorstellung gesellt, wird das Schöne kompakter, geballter, geradezu grandios.

Mariela Sartorius

März 2016

Gedichte und Bilder

von der
Panamericana


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Die Bilder sind von Marjorie, die Gedichte von Jörg.

Über das Schreiben

Man kann die Zeit nicht zurückdrehen und wenn es hart war, will man es ja auch nicht. Aber über die Mischung der Gefühle nachzudenken, die damals in einem gearbeitet oder gar gewühlt haben, macht vielleicht Sinn.

Schreiben ist oft ein Zeichen von Verletztheit. Ist die Wunde geheilt, kann man nicht mehr schreiben. Natürlich ist es unsinnig, den Schmerz oder zumindest die Erinnerung daran quasi konservieren zu wollen, um schreiben zu können.

Zum Glück kann man ja auch über das Glück schreiben. Aber das ist schwieriger. Glück vergeht schnell oder wird vom Alltag derart verschüttet, dass die Worte nicht mehr kommen wollen.

Jorge D.R.

Ich habe etwas gefunden, das sehr genau auf mich zutrifft und das möchte ich euch unbedingt zeigen.

When I was very young and the urge to be someplace else was on me, I was assured by mature people that maturity would cure this itch. When years described me as mature, the remedy prescribed was middle age. In middle age I was assured that greater age would calm my fever and now that I am fifty-eight perhaps senility will do the job.

Nothing has worked. Four hoarse blasts of a ship’s whistle still raise the hair on my neck and set my feet to tapping. The sound of a jet, an engine warming up, even the clopping of shod hooves on pavement brings on the ancient shudder, the dry mouth and vacant eye, the hot palms and the churn of stomach high up under the rib cage . . .

I fear the disease is incurable.

—John Steinbeck in Travels with Charley
Übersetzungsversuch:
Als ich noch sehr jung war und darauf brannte, anderswo zu sein, versicherten mir reife Menschen, die Reife würde dieses Laster heilen. Als man mich den Jahren nach reif nennen konnte, verschrieb man mir das gesetzte Alter. Im gesetzteren Alter hieß es, mit fortschreitendem Alter würde mein Fieber nachlassen, und heute, mit 58 Jahren, bleibt mir nur noch die Aussicht, dass die Senilität das ihre tut. Bis jetzt hat nichts geholfen. Wenn ich das heisere Schrillen einer Schiffspfeife höre, bekomme ich immer noch eine Gänsehaut im Nacken, und meine Beine setzen sich in Bewegung. Das Dröhnen eines Düsenflugzeugs, ein warmlaufender Motor und sogar Hufklappern weckt in mir das alte Reisefieber; mein Mund wird trocken, der Blick schweift in die Ferne, die Handflächen werden heiß und der Magen hebt sich in den Brustkasten. Mit anderen Worten: Einmal ein Vagabund, immer ein Vagabund. Ich fürchte, das Leiden ist unheilbar.

Heimat

Wenn ich gefragt werde, wo eigentlich meine Heimat sei, antworte ich meist mit diesem Satz:

In your life there are a few places, or maybe only the one place, where something happened, and then there are all the other places.

Alice Munro,
kanadische Schriftstellerin, Meisterin der Kurzgeschichte und Literaturnobelpreisträgerin

In etwa:
In deinem Leben gibt es ein paar Orte, oder vielleicht nur den einen Ort, wo etwas passiert ist, und dann gibt es noch all die anderen Orte.

Joe Cocker

You are so beautiful


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Das ist mein Lieblingssong von ihm. Ich wollte es immer singen können.
Tja – für wen wohl?

Noch einmal

wenn ich noch einmal jung wäre …


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